Wer sich länger mit WordPress beschäftigt, kommt früher oder später an den Punkt, an dem es Zeit für ein Update wird. Neben den Updates für Plugins, Themes und Übersetzungen stehen in regelmäßigen Abständen auch für WordPress Updates an. Diese Updates bringen neue Funktionen mit sich, beheben Probleme und optimieren Abläufe.

Ich habe für dich die neue Version von WordPress (WordPress 4.7 Release Candidate) getestet, die voraussichtlich am Dienstag, den 6. Dezember, erscheinen wird. Hier ein Einblick in die spannendsten Neuerungen, damit du schon jetzt über das Update Bescheid weißt!

Medienverwaltung

In WordPress können bekanntlich nicht nur Bilder hochgeladen werden, sondern auch weitere Dateiformate wie PDF- oder ZIP-Dateien. Die Dateiformate haben in der Übersicht oft nur ein Platzhaltericon.

Screenshot der Mediathek mit verschiedenen Bildern und Dateien

Platzhaltericon für ZIP-Dateien in der WordPress Mediathek

Mit WordPress 4.7 erhalten PDFs ein Vorschaubild, was die Übersicht und Bearbeitung der Dateien in der Medienverwaltung deutlich schöner macht.

 PDF-Vorschau in der Medienverwaltung von WordPress 4.7

PDF-Vorschau in der Medienverwaltung von WordPress 4.7

Zudem ist es nun möglich, in der Medienverwaltung nach dem Dateinamen zu suchen. Eine wichtige und nützliche Funktion, die seit über vier Jahren gewünscht und diskutiert wurde.

Etwas technischer wird es bei der Zugänglichkeit (Barrierefreiheit) der Alternativtexte für Bilder, auch alt-Attribute genannt. Bisher wurde der Wert automatisch anhand der Bildunterschrift oder des Bildtitels generiert, wenn kein eigener Wert eingegeben wurde. Um wenig aussagekräftige, automatisch generierte Werte à la alt="IMG_1234" zu vermeiden, bleibt mit WordPress 4.7 der Wert zugunsten von Screenreadern leer.

WordPress Theme Customizer

Mehr als 60 Leute haben in WordPress 4.7 zur Weiterentwicklung des Theme Customizers beigetragen!

Mit dem Theme Customizer, den du in der schwarzen Menüleiste von WordPress unter der Option Anpassen findest, kannst du deine Seite schnell an deine Bedürfnisse anpassen.

Integriert wurden weitere wichtige Funktionen, wie die Auswahl und Installation von Themes und ein CSS-Editor. Neue Beiträge und Seiten können direkt im Customizer beim Erstellen der Menüs angelegt werden. Damit muss endlich nicht mehr ständig zwischen Customizer und Adminbereich gewechselt werden. Zudem machen Icons deutlich, welche Elemente angepasst werden können.

Screenshot des Theme Customizers mit den Icons aus WordPress 4.7

Theme Customizer mit Icons zum Bearbeiten in WordPress 4.7

Auch die Integration von multimedialen Inhalten wurde weiter vorangetrieben. Statt einem Headerbild ist es möglich, ein Hintergrundvideo (z.B. von YouTube) im Header einzufügen.

Technisch versierte Benutzer können sich darüber hinaus über eine Liveansicht der Anpassungen im CSS-Editor freuen. Alle Änderungen sind sofort nach der Eingabe auf der Seite zu sehen.

Sprachverwaltung pro Benutzer

Jeder Benutzer hat nun die Möglichkeit, die Sprache des Adminbereiches individuell anzupassen (insofern die gewünschte Sprache installiert ist). Eine Funktion, die bisher vor allem von Plugins bei mehrsprachigen Projekten übernommen wurde.

Änderungen am Editor

Beim WordPress Editor hat sich die Reihenfolge der Buttons geändert. Überschriften und Absätze sind nun an erster Position, wohingegen der Button zum Unterstreichen und der horizontalen Linie in die zweite Reihe gerutscht ist. Die Option zum Unterstreichen und für den Blocksatz wurde aus Gründen der Leserlichkeit sogar komplett entfernt.

Screenshot des WordPress Editors in WordPress 4.6 und WordPress 4.7

WordPress Editor im Vergleich

Twenty Seventeen WordPress Theme

WordPress 4.7 enthält zudem das neue Standard-Theme Twenty Seventeen. Neben den oben genannten Funktionen kannst du das Business-Theme vor allem mit interaktiven und multimedialen Elementen zum Leben erwecken. Insbesondere die Startseite überrascht positiv mit großflächigen Bildern und viel Weißraum, was eine gute Lesbarkeit garantiert. Das Theme ist selbstverständlich responsive.

Am besten du verschaffst dir selbst einen Eindruck: Twenty Seventeen, WordPress Theme Demo

Hilfreich ist auch der im Theme enthaltene Starter-Inhalt, der bei der Erstinstallation angezeigt und zukünftig auch bei anderen Themes enthalten sein wird. Dies erleichtert das Setup eines Themes enorm, da eine komplett leere Seite bzw. ein komplett leeres Theme oft viele Fragen offen lässt.

Technische Neuerungen in WordPress 4.7

Nicht alle Änderungen sind auf den ersten Blick sichtbar. Auf technischer Ebene gibt es Neuerungen im Bereich Settings, Multisite und Resource Hints. Bei der Stapelverarbeitung kannst du eigene Aktionen definieren und für Theme-Entwickler steht gleich eine ganze Liste an neuen Möglichkeiten zur Verfügung.

Diese und etliche weitere Änderungen findest du im Detail auf dem offiziellen WordPress Blog unter dem Schlagwort 4.7.

Fazit zu WordPress 4.7

Die neue Version von WordPress hält viele neue Features bereit. Ein Update lohnt sich auf jeden Fall — sowohl für Redakteure als auch für Administratoren und Entwickler. Du kannst dich in diesem Jahr also auf ein tolles Update kurz vor Weihnachten freuen!

Was hältst du von den neuen Funktionen in WordPress 4.7? Freust du dich schon auf die nächste Version oder hast du eher Bammel vor dem Update? Teile deine Meinung gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag.

WordPress Beta-Version selbst testen

Wenn du jetzt Lust bekommen hast die Beta-Version von WordPress auch schon vor dem offiziellen Zeitpunkt der Veröffentlichung auszuprobieren, kannst du dies mit dem Plugin WordPress Beta Tester tun. Da es sich um eine Beta-Version handelt, ist es ratsam, vorher ein Backup zu machen und am besten auf einer separaten Test-Seite damit zu experimentieren.

Titelbild: WordPress Twenty Seventeen Headerbild, Copyright: Alvin Engler, Lizenz: CC0 1.0 Universal (CC0 1.0), Quelle: https://unsplash.com/@englr?photo=bIhpiQA009k