Bis vor kurzem habe ich diese Website mit einem Standard-Hosting Paket bei Strato gehostet. Als ich von Bekannten dann hörte, dass die Seite ewig lädt und viel zu langsam ist, wurde ich stutzig. Ich griff tief in die Trickkiste der Performance-Optimierung und konnte zwar das Speed Rating verbessern, doch die Ladezeit der Seite war immer noch bei miserablen 6 bis 7 Sekunden. Viel zu lang. Irgendwann ist eben auch die Onsite-Performance-Optimierung am Limit wenn der Server nicht mithalten kann. Ein besseres Hosting musste also her.

Getestet habe ich RAIDBOXES* aus Deutschland und WP Engine* aus England. So viel sei verraten: Das Ergebnis überrascht auch mich immer noch, insbesondere im Vergleich zu Strato.

Der Umzug

Ich habe explizit den Umzug dieser bestehenden Seite getestet. Natürlich kann man bei beiden Anbietern auch mit einer frischen WordPress-Installation beginnen. Bei beiden ist der Umzug kostenlos und unverbindlich.

Umzug zu WP Engine

Bei WP Engine wählt man zuerst sein Paket aus und bezahlt es (es gibt aber eine Geld-zurück-Garantie für 60 Tage). Anschließend kann man den Umzug von WordPress entweder selbst durchführen oder von WP Engine machen lassen. Dazu gibt man einfach die WordPress- und FTP-Zugangsdaten an und binnen einer Stunde wird die Seite umgezogen.

Im WordPress-Adminbereich findet man anschließend einen neuen Menüpunkt, mit dem man einige WP Engine-Einstellungen verwalten kann. Kurz nach dem Umzug erhielt ich eine automatische E-Mail mit der Aufforderung, einige Plugins von meiner Seite zu entfernen, die WP Engine für unsicher oder performancelastig hält. Dazu zählen unter anderem die gängigen Caching-Plugins (das Caching findet bei beiden Anbietern auf Serverebene statt und wäre daher in WordPress überflüssig).

Umzug zu RAIDBOXES

Bei RAIDBOXES habe ich mich zunächst kostenlos registriert und eine kostenlose Test-Box eröffnet. Eine „Box“ entspricht bei RAIDBOXES einer kompletten WordPress-Installation. Anschließend kann man sich auch hier entweder selbst um den Umzug kümmern oder ihn dem Team überlassen. Innerhalb von einigen Stunden war mein Umzug abgeschlossen.  Das Entfernen nicht erlaubter Plugins wurde bei RAIDBOXES schon während des Umzugs vorgenommen.

Die Testbox bleibt 14 Tage lang kostenlos bestehen. In dieser Zeit kann man sie kostenpflichtig aktivieren oder sie wird anschließend gelöscht. Man kann jederzeit eine weitere Box erstellen.

Entscheidend: Die Geschwindigkeit

Zum Test habe ich dieselbe WordPress-Installation, nämlich diese hier, sowohl zu RAIDBOXES als auch zu WP Engine kopiert. Caching und sonstige „verbotene“ Plugins habe ich bei beiden entfernt oder wurden schon beim Umzug entfernt. Zum Vergleich habe ich auch noch die alte Seite bei Strato getestet. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Die getesteten Pakete sind:

WP Engine RAIDBOXES Strato
Personal kostenlose Testbox (entspricht vermutlich der Mini-Box) Power Web Basic

Ladezeit

Getestet habe ich jeweils meine Startseite und die Blog-Seite (http://hootproof.de/blog). Ich habe jeweils 3 Tests mit GTmetrix durchgeführt und bin auf die folgenden durchschnittlichen Ladezeiten gekommen.

WP Engine RAIDBOXES Strato
 Startseite  4,2 Sekunden  3,9 Sekunden 9,2 Sekunden
 Blog-Seite  4,6 Sekunden  5,7 Sekunden 11,2 Sekunden

Time to first byte

Mit der Time to first byte kann man die tatsächliche Antwortzeit des Servers relativ gut beziffern (wobei immer noch viele andere Faktoren auf diese Zeit Einfluss haben). Für diesen Test habe ich das Tool bytecheck.com verwendet und den Durchschnitt aus jeweils 5 Tests gebildet:

WP Engine RAIDBOXES Strato
0,451 Sekunden  0,352 Sekunden 2,735 Sekunden

Zur Verteidigung von WP Engine sei hier noch erwähnt, dass ich dort ein SSL-Zertifikat verwende, das die Antwortzeit ein wenig verlängert.

Fazit Performance

Sowohl WP Engine als auch RAIDBOXES bieten deutlich schnelleres Hosting als das Standard-Paket von Strato. Den Unterschied so deutlich in den Zahlen zu sehen überrascht mich dann doch enorm. Auch gefühlt sind die Seiten bei RAIDBOXES und WP Engine wesentlich schneller. Die wichtigsten Seitenelemente sind quasi sofort nach dem Seitenaufruf zu sehen.

Mit dem Einsatz eines Content Delivery Networks und ein paar weiteren Onsite-Optimierungen könnte man die Ladezeit mit RAIDBOXES und WP Engine vermutlich auf unter einer Sekunde reduzieren.

Der Kundenservice

Der Support von WP Engine hat mich echt umgehauen – man schreibt einfach in den Chat und erhält sofort Unterstützung, die weit über das hinaus geht, was ich von einem Hosting-Kundenservice erwartet hätte. Als ich ein Problem mit meiner Domain-Einstellung hatte, hat der Mitarbeiter diese nicht nur für mich korrigiert, sondern auch alle Verweise auf die alte Domain mit der korrekten ersetzt. Ich hätte dafür sicherlich eine Stunde gebraucht, während er es mit seinen Server-Werkzeugen in wenigen Minuten geschafft hat.

Allerdings: Der Customer Support bei WP Engine ist natürlich auf Englisch – wer damit nicht so vertraut ist, sollte umso deutlicher RAIDBOXES in Erwägung ziehen.

Auch mein Kontakt zum RAIDBOXES-Team war durchweg positiv. Meine Fragen wurden stets abschließend und hilfreich per E-Mail beantwortet und ich habe den Eindruck, dass mir das Team auch bei komplexeren Problemen kompetent zur Seite stehen würde. „Leider“ hatte ich dort bisher kein Problem, mit dem ich den Support so richtig auf die Probe stellen konnte.

Staging & Kopien

Ein absolutes Highlight bei WP Engine ist aus meiner Sicht die Staging-Umgebung. Damit kann man mit wenigen Klicks die eigene Website duplizieren. In der kopierten Version kann man dann Änderungen durchführen, Plugins ausprobieren oder anderweitig experimentieren. Die Original-Seite bleibt unverändert für die Öffentlichkeit. Schließlich kann man die Staging-Version der Seite dann zurück auf die „Live“-Seite spiegeln (also kopieren). Mit einem Schlag gehen dann alle zuvor im Hintergrund durchgeführten Änderungen live.

Bei RAIDBOXES gibt es eine ähnliche, aber nicht ganz so umfassende Funktionalität. Dort kann man mit wenigen Klicks eine neue Box aus einem bestehenden Backup erstellen. Das ist eigentlich für das langfristige Kopieren gedacht, z.B. wenn man dieselben Einstellungen auf einer weiteren Seite genauso verwenden möchte. Da jede neue Box 14 Tage lang kostenlos ist, kann man damit aber auch eine Art Staging-Bereich simulieren.

Backups

Beide Anbieter erstellen regelmäßig automatisch vollständige Backups deiner WordPress-Seite. Außerdem kannst du jederzeit manuell ein Backup erstellen.

Mit einem Klick kannst du deine Seite bei Bedarf aus einem Backup wiederherstellen.

Sonstige Kriterien im Vergleich

Weitere Unterschiede zwischen den beiden getesteten Services findest du in dieser Tabelle. Ich vergleiche hier das Personal-Paket von WP Engine mit dem Starter-Paket von RAIDBOXES, da diese von den Leistungen und dem Preis am ehesten vergleichbar sind. Bei RAIDBOXES gibt es noch das günstigere Mini-Paket sowie das teurere Managed-Paket. Bei WP Engine gibt es alternativ als nächst teureres das Professional-Paket.

WP Engine (Paket „Personal“) RAIDBOXES (Paket „Starter“)
 Preis pro Monat  29 USD (Umsatzsteuer wird nicht berechnet) 17,85€ inkl. Mehrwertsteuer
 Speicherplatz  10 GB SSD  5 GB SSD
maximale Aufrufe pro Monat  25.000 unbegrenzt
eigener virtueller Server  ja ja
eigene IP-Adresse 5$ pro  Monat ja
Server-Standort wahlweise London, Tokyo oder Texas/USA Deutschland/Niederlande
 SSL-Zertifikat  ca. 50$ pro Jahr  ab 50€ pro Jahr
 CDN  ca. 20$ pro Monat, inkl. ab dem Professional-Paket  nein
 Anzahl manueller Backups  scheinbar unbegrenzt  3
Aufbewahrung der Backups  ca. 30 Tage (abhängig von der Größe)  14 Tage
 persönlicher Support  ja, tagsüber per Chat oder 24/7 per Ticket-System
auf Englisch
 ja, tagsüber per Chat, Telefon und E-Mail
auf Deutsch
Vertragsbedingungen monatlich kündbar, aber deutliche Ersparnis im Jahresabo
60 Tage Geld-zurück-Versprechen
monatlich kündbar
14 Tage kostenlos testen

Preisvergleich

Auf den ersten Blick erscheint WP Engine deutlich teurer – das Hosting einer einzigen WordPress-Installation mit bis zu 25.000 Besuchern pro Monat kostet 29 US-Dollar. 10 Websites inkl. CDN (Content Delivery Network) kosten 99$ im Monat, was vergleichsweise wiederum sehr günstig ist.

Bei RAIDBOXES kostet jede Box (also eine WordPress-Installation) im Starter-Paket 15€ netto, also 17,85€ brutto.

SSL-Zertifikate kann man jeweils für ca. 50€ pro Jahr dazu buchen oder ein bereits bestehendes Zertifikat gegen eine geringere Einrichtungsgebühr mitbringen.

Was du sonst noch brauchst

Sowohl RAIDBOXES als auch WP Engine hosten nur die WordPress-Seite für dich, sonst nichts. D.h., dass du dich insbesondere um Domain und E-Mail-Postfächer anderweitig kümmern musst. Ich z.B. habe meine Domain und die zugehörigen E-Mail-Adressen weiterhin bei Strato. Kostengünstiger kannst du Domains und E-Mails bei Domainfactory und vergleichbaren Anbietern unterbringen.

Fazit

WP Engine und RAIDBOXES bieten beide erstklassiges, super schnelles WordPress Hosting. Die tatsächliche Performance unterscheidet sich kaum. Unterschiede gibt es in den technischen Details sowie der Support-Sprache und dem Serverstandort.

Für WP Engine sprechen aus meiner Sicht:

  • Staging-Umgebung
  • integriertes CDN, d.h. die Einrichtung ist wesentlich leichter (natürlich kann man auch bei RAIDBOXES ein CDN verwenden, muss es dann aber selbst konfigurieren)
  • der großartige Customer Service

Die besten Argumente für RAIDBOXES sind:

  • der günstige Preis
  • deutschsprachiger Support
  • Server in Deutschland

Allgemeine Hosting-Pakete bei großen Shared Hostern sind durchaus in Ordnung für kleinere, einfache Websites ohne allzu große Ansprüche. Wenn du es aber ernst meinst mit deiner WordPress-Seite solltest du einen spezialisierten Hoster unbedingt in Erwägung ziehen und nicht am falschen Ende sparen. Die vergleichsweise hohen Kosten sind eine Investition in deine eigene Reichweite, dein Suchmaschinenranking und bessere Conversions.

Meine Wahl

Es war wirklich ein knappes Rennen – letztendlich habe ich mich für WP Engine entschieden, wenn auch etwas zähneknirschend wegen des Preises. Ausschlaggebend war für mich das Staging-Feature. Abgesehen davon halte ich beide Anbieter für relativ gleichwertig.
Als Server-Standort habe ich London gewählt. Das ist zum einen meinen deutschsprachigen Lesern geografisch am nächsten und zum anderen liegt es in der EU (rechtliche/datenschutzrechtliche Gründe).

Meinen zweiten Blog, für den ich im Moment leider kaum Zeit finde, werde ich demnächst zu RAIDBOXES umziehen und dort hosten.

Hier geht es zum raktenschnellen WordPress-Hosting:

WP Engine / RAIDBOXES

Gleich geschafft...
Bitte bestätige deine Anmeldung mit dem Link in der E-Mail, die wir die gerade geschickt haben.
So löst du 5 typische WordPress Probleme
Der Frühjahrsputz für deine Website
Kostenloses PDF: Schaff Platz für Neues, mehr Sicherheit und Page Speed.
WordPress Support ab 99€/h
Noch ein Schritt zum Download...
Just one more step...
Almost there...
Please confirm your email address by clicking the link in the email we just sent you.
Die Checkliste zum Abhaken für deine Performance-Optimierung
Kostenloses E-Book & noch mehr Ressourcen
Noch ein Schritt zum Download...
Noch ein Schritt zum Download...