Das Besondere am Internet gegenüber den traditionellen Medien ist ja, dass jeder mit einfachen Mitteln und ohne große Hürden zum Verfasser werden kann. Blogs und Social Media erlauben eine direkte und schnelle Kommunikation zwischen Autor und Leser. Blogging ist keine Einbahnstraße, wenn du es wirklich ehrlich meinst mit deinen Lesern. Gut geführte Leserinteraktion kann den Unterschied machen zwischen einer kühlen Unternehmenswebsite und dem sprichwörtlichen Wohnzimmer, in dem sich deine Leser und potentiellen Kunden gerne aufhalten und mit dir austauschen.

Ich stehe selbst noch am Anfang mit diesem Thema und teste gerade verschiedene Maßnahmen aus. Es ist mir sehr wichtig, mit dir eine Verbindung aufzubauen und zu verstehen, ob dir meine Artikel weiterhelfen und worüber du gerne mehr lesen möchtest.

Was ist Leserinteraktion?

Unter Leserinteraktion verstehe ich im Rahmen dieses Artikels jede Art, wie ein Besucher deiner Website sichtbar auf deine Inhalte reagiert:

  • Kommentieren von Artikeln
  • Teilen & Liken in sozialen Netzwerken
  • Teilnahme an Umfragen
  • Hinterlassen von Bewertungen (falls relevant)
  • Kontaktaufnahme per E-Mail oder Kontaktformular

Gründe für aktive Interaktion mit deinen Lesern

Warum solltest du dich überhaupt um Interaktion mit deinen Lesern bemühen? Ist das nicht vertane Arbeit, die du lieber in neuen Content und Marketing investieren solltest? Meiner Meinung nach nicht.

Wenn du auf authentische und wertschätzende Weise mit deiner Leserschaft interagierst, kannst du Zufallsbesucher zu treuen Lesern und später Kunden machen. Das ist zielführender als mit aufwändigen Marketingmaßnahmen auf Leserfang zu gehen.

  • SEO: Kommentare sind die Mikroform des „User Generated Content“ und ein starkes SEO-Signal. Sie zeigen Google, dass deine Inhalte relevant sind und von echten Menschen gelesen werden. Analog ist Interaktion in Netzwerken wie Facebook oder YouTube ein starker Relevanz-Indikator.
  • Feedback für dich: Du lernst über die Fragen und Probleme deiner Leser, erfährst wie gut dein Content ankommt und kannst zukünftige Inhalte noch besser danach ausrichten.
  • Verbundenheit: Konsistente und dauerhafte Interaktion kann das Verbundenheitsgefühl zu dir und deinem Blog verstärken.
  • Authentizität: Du zeigst, dass deine Leser nicht nur Nummern für dich sind, sondern du dich wirklich für sie und ihre Probleme interessierst. Du signalisierst die Bereitschaft, ihnen auch individuell weiterzuhelfen.

14 Ideen zur Steigerung der Interaktion deiner Leser

#1 Content & Schreibstil

Am Anfang jeder Leserbindung und -interaktion steht selbstverständlich hilfreicher, interessanter Inhalt. Ohne den geht – wie so oft – gar nicht viel. Deine Artikel sollten von hoher Qualität sein: gut recherchiert, grammatikalisch und orthographisch korrekt und nur so lang, wie nötig um die Kernaussagen zu vermitteln. Trau dich, natürlich und persönlich zu schreiben, anstatt dich zu verstellen. Authentizität gewinnt und schafft Sympathie.

#2 Sei persönlich & zeig dich

Ich habe ja letztens schonmal erwähnt, dass ich ein Bild und eine kurze Beschreibung des Seitenbetreibers in der Sidebar unabdingbar finde. Wenn ich auf einen neuen Blog stoße, möchte ich gleich wissen, wer da schreibt und was ihn besonders macht. Das gilt umso mehr für Coaches oder Berater jeder Art.

Blogs, Online-Magazine und sonstige Medien gibt es schon mehr als genug, zu jedem Thema. Wenn dein Leser eine persönliche Verbindung mit dir aufbauen kann, erhöht das deine Chancen ungemein, dass er wieder kommt oder sich für deinen Newsletter anmeldet.

#3 Vereinfache das Teilen & Liken in Sozialen Netzwerken

Wenn du möchtest, dass deine Posts geteilt werden, solltest du mit Sharing Buttons über und/oder unter deinen Artikeln auch die offensichtliche Möglichkeit dazu geben (meine Empfehlung für Teilen-Buttons für Facebook & Co.).

Wenn du das Facebook Page Plugin verwendest (wie hier rechts in der Sidebar), zeige nicht nur die Seite selbst, sondern auch die letzten Beiträge an. Das vergrößert die Box optisch und liefert mehr Informationen darüber, was du bei Facebook teilst und worum es bei dir geht.

Auch mitscrollende Sharing-Buttons können eine Option für dich sein. So wird dem Leser permanent die Möglichkeit zum Teilen vor Augen geführt. Infrage kommen dafür Add This oder Social Share Bar. Eine aus Datenschutzsicht mit Shariff vergleichbare Lösung ist mir leider nicht bekannt.

#4 Erleichtere das Kommentieren

Checke als erstes deine Kommentareinstellungen (zu finden unter Einstellungen > Diskussion). So banal das klingt: Stelle sicher, dass Kommentare auf deinem Blog erlaubt sind und das Kommentarfeld sichtbar und gut benutzbar ist.

Mach das Kommentieren deiner Artikel so einfach wie möglich:

  • Kein sichtbares Captcha (diese Verifizierung, bei der man einen abgebildeten Code eingeben muss). Wenn du Angst vor Spam hast, verwende stattdessen ein Plugin dagegen, z.B. Antispam Bee.
  • Sorge dafür, dass möglichst wenige Angaben erforderlich sind. Im Extremfall wäre das nur der Kommentartext selbst. Ich teste beispielsweise gerade aus, wie es sich auswirkt, wenn zum Kommentieren Name und E-Mail-Adresse nicht erforderlich sind.
  • Ziehe die Verwendung von Disqus oder des Facebook Comments Plugin in Erwägung – aber sei dir möglicher unerwünschter Nebenwirkungen bewusst. Möglicherweise hat in deiner Kernzielgruppe nicht jeder ein Facebook-Profil oder scheut die einmalige Anmeldung, die Disqus erfordert.
  • Wenn du Kommentare von neuen Nutzern moderierst (und das solltest du), schalte sie so schnell wie möglich frei.

#5 Antworte auf Kommentare

Niemand schreibt gerne ins Leere. Wenn ich auf einem „großen“ Blog oder Social-Media-Profil einen gehaltvollen Kommentar hinterlasse, möchte ich gern auch eine Antwort oder zumindest ein Like. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass der Blogger meinen Kommentar nicht wertschätzt oder sich nicht „dazu herablassen“ mag, mir zu antworten. Daraufhin gebe ich nach einigen Versuchen das Kommentieren bei ihm ganz auf, denn das ist meiner Meinung nach nicht Sinn der Sache.

Außerdem kannst du in den Antworten auf die Kommentare deiner Leser wertvolle Zusatzinformationen geben oder Fragen beantworten, die im Artikel keinen Platz gefunden haben.

Aber: Sei stets positiv in deinen Antworten! Äußere deine Wertschätzung von Kritik, Vorschlägen oder anderen Meinungen. Biete Lösungen und Antworten zu gestellten Fragen an. Wenn Kommentare substanzlose und angreifende Kritik enthalten, steht es dir frei, sie zu löschen. Das ist immer noch besser, als eine Diskussion voller Negativität zu entfachen.

Gleiches gilt natürlich analog für andere Arten der Interaktion wie Kontaktanfragen, Facebook Shares oder Retweets (wenn du darin markiert wurdest und es daher mitbekommst).

#6 Ermögliche das Abonnieren von weiteren Kommentaren

Der vorherige Punkt entfaltet seine Wirkung erst optimal, wenn der Kommentator auch von deiner Antwort mitbekommt. Andere interessieren sich womöglich für zukünftige Kommentare anderer Leser.

Mit dem Plugin Subscribe to Double-Opt-In Comments können Leser über zukünftige Kommentare benachrichtigt werden. Dafür können sie einfach beim Hinterlassen ihres eigenen Kommentars ein Häkchen setzen.

Nachfolgende Kommentare abonnieren

Nachfolgende Kommentare abonnieren

#7 Schütze dich vor Kommentarspam

Würdest du gerne einen Artikel kommentieren, unter dem schon 10 offensichtliche Spam-Kommentare stehen? Genau. Also sorge mit einem geeigneten Plugin dafür, dass Spam-Kommentare nicht veröffentlicht werden. Meine Empfehlung ist Antispam Bee, da es im Gegensatz zu Akismet datenschutzfreundlich ist und ebenso gut funktioniert.

#8 Gib deinen Lesern einen klaren Call To Action

Du willst mehr Kommentare? Stelle eine konkrete Frage am Ende des Artikels und fordere dazu auf einen Kommentar da zu lassen! Je spezifischer, desto besser. Wenig förderlich ist dagegen der immer gleiche Standardsatz wie „Und, was meinst du dazu?“.

Beschränke dich dabei am besten auf einen einzigen Call To Action – mehrere könnten deinen Leser überfordern und davon abhalten, überhaupt zu reagieren.

#9 Gib interessierten Lesern die Möglichkeit, wiederzukommen

Biete gut sichtbar die Möglichkeit, den Newsletter zu abonnieren oder dir in sozialen Netzwerken zu folgen. Die wenigsten Menschen kommen zurück auf eine Website, nur weil sie sich daran erinnern.

Viele kommentieren wiederum nicht beim ersten Artikel, den sie lesen, sondern müssen sich langfristig von der Qualität deines Blogs und deiner Person überzeugen. Nur wenn sie sich mit dir verbunden fühlen, hinterlassen sie gerne Kommentare.

#10 Mini-Umfragen & Feedback-Formulare

Ein gutes Beispiel für gelungen eingesetzte Umfragen ist Selbständig im Netz. Dort findest du in der Sidebar eine wechselnde Umfrage, an der du mit nur zwei Klicks und vollkommen anonym teilnehmen kannst. Das Abstimmen ist so einfach, dass man kaum widerstehen kann.

Auch andere Arten von Feedback-Formularen sind sinnvoll, solange sie zu deinem Thema passen und einen zusätzlichen Mehrwert für den Benutzer schaffen. Das kann z.B. die Auswertung der Abstimmung sein.

Umfrage in der Sidebar

Kleine Umfrage in der Sidebar (Quelle: selbstaendig-im-netz.de)

#11 Website Check: Usability & Performance

Eine benutzerfreundliche Gestaltung deiner Website hat viele Vorteile. Vor allem führt sie dazu, dass deine Leser sich bei dir wohl fühlen und finden, was sie suchen. Gestalte daher deine Navigation, Sidebar, Footer und Startseite möglichst übersichtlich, intuitiv und ansprechend. Verzichte auf nervende und unnötige Elemente (z.B. Popup-Fenster) und folge Layout-Konventionen bei der Positionierung wichtiger Elemente (Sharing-Buttons, Kommentarfeld, Menü usw.).

Sorge dafür, dass deine Website angenehm schnell ist und auch auf Mobilgeräten gut funktioniert.

#12 Verfasse teilbare & diskutierbare Inhalte

Es geht natürlich nicht um Click Baiting á la Buzzfeed. Aber wenn du es schaffst, mit deinen Beiträgen eine (positiv gestimmte) Diskussion zu starten, sind dir viele Kommentare und echte Interaktion sicher.

Experimentiere außerdem – falls passend – mit verschiedenen Content-Formaten. Neben dem klassischen Blogartikel gibt es noch Umfragen, Quizzes, Bilder, Videos, Infografiken, Interviews, Podcasts und andere. Probiere aus, was für dein Thema und deine Positionierung besonders gut funktioniert (und was dir Spaß macht!) und sorge für gelegentliche Abwechslung. Als ich beispielsweise vor kurzem meine erste Infografik erstellt habe, wurde diese überdurchschnittlich oft bei Twitter und Facebook geteilt und in Online-Dossiers aufgenommen.

#13 Kommentiere bei anderen Blogs zu deinem Thema

Das ist schon lange kein Geheimtipp mehr, aber immer noch ein wertvoller. Wenn du regelmäßig substanzhaltige, ehrliche Kommentare auf anderen Blogs hinterlässt, gewinnst du an Sichtbarkeit. Sowohl die Inhaber der kommentierten Blogs als auch ihre Leser werden Notiz von dir nehmen.

#14 Für Fortgeschrittene: Teile Erfolge deiner Kunden!

Bietest du eine Dienstleistung oder ein Online-Produkt an, das jemandem weiterhilft? Wie wäre es mit einem Artikel oder Interview über die Geschichte einer Kundin, die dein Produkt erfolgreich angewendet hat? Damit zeigst du nicht nur, dass dein Produkt tatsächlich hilfreich ist, sondern auch, dass dir das Wohl deiner Kunden am Herzen liegst. Du schaffst Authentizität und erzählst eine persönliche Geschichte, mit der sich deine Leser identifizieren können. Außerdem verhilfst du damit der portraitierten Kundin zu etwas mehr Reichweite, für die sie sicher dankbar sein wird.

Fazit

Gelungene Interaktion ist das A und O einer gelungenen Blog-Community. Sie gibt dir wichtiges Feedback, ob du auf dem richtigen Weg bist, zeigt neuen Lesern und den Suchmaschinen, dass deine Inhalte interessant und lesenwert sind und baut tiefere Beziehungen zu deinen Lesern auf.

Welche dieser Ideen für mehr Leserinteraktion hast du bereits ausprobiert? Welche haben besonders gut oder eher schlecht funktioniert? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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